Was kostet Betriebliche Gesundheitsförderung?

Gesundheit im Betrieb kostet – und zahlt sich aus. Wer in die Gesundheit seiner Mitarbeitenden investiert, profitiert mehrfach: Teams sind motivierter, Produktivität und Arbeitgeberattraktivität steigen und im besten Fall sinken auch die Ausfallzeiten. 

Viele Betriebe möchten dennoch wissen: Welche Kosten können entstehen, wenn ich mich für die Umsetzung von Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) entscheide? 

Die kurze Antwort: Das kann sehr unterschiedlich sein. Die Bedarfe werden im Laufe des BGF-Prozesses ermittelt und hängen stark von der Ausgangssituation eines Betriebs ab. Letztendlich entscheidet jedes Unternehmen selbst, wie tief es in die BGF einsteigen will. 

Ein Praxisbeispiel aus dem Handwerk

Ein kleiner Elektroinstallationsbetrieb mit rund 15 Mitarbeitenden hat sich über einen Zeitraum von drei Jahren der betrieblichen Gesundheit gewidmet. Für die Umsetzung hat er sich die Unterstützung einer Krankenkasse gesucht. Der mehrjährige Zeitraum zeigt, dass es sich um einen äußerst motivierten Betrieb handelt.

In dieser Zeit wurden untenstehende Analysen, Trainings und Seminare zu verschiedenen Themengebieten mit den Mitarbeitenden durchgeführt. Die Angebote wurden vollständig von der beteiligten Krankenkasse finanziert. Für den Betrieb selbst fielen Kosten für die investierte Zeit und die Anschaffung von Arbeitsmitteln an.
 

Aufgewendete Zeit

Insgesamt investierte der Betrieb im Laufe der drei Jahre rund 24 Stunden pro Person in die Gesundheitsförderung – verteilt auf Analysen, Trainings und Seminare:

  • Arbeitsplatzanalyse: 2 Stunden
  • Trainings zu den Themen „Arbeitsbedingte körperliche Belastung“, „Stressbewältigung“ und „Teamentwicklung“: pro Training 3 Termine à 2 Stunden
  • Seminare „Kommunikation gestalten“ und „Gesundes Führen“: pro Seminar einmalig 4 Stunden

Aufgewendetes Geld

Neben Zeit investierte der Betrieb rund 4.000 Euro – vor allem in Arbeitsmittel, die die Arbeitsabläufe vereinfachen oder sicherer gestalten:

  • Arbeitshilfen: unter anderem Tablets für die Baustellendokumentation (ca. 900 Euro) und Dachgepäckträger für sichere und ergonomische Materialtransporte auf Baustellenfahrzeugen (ca. 1.200 Euro)
  • Arbeitsschutzmaterialien: Winter-Schutzkleidung, Sicherheits-Überbrillen und Staubsauger zur Staubreduzierung (ca. 1.900 Euro)
     

Für viele Betriebe ist das ein hoher Betrag. Die Investition kann sich aber lohnen, denn mit jedem eingesparten Krankheitstag sinken die Kosten für Betriebe.

Ob Sie mit weniger Investitionen loslegen oder andere Themen wählen: BGF ist vielfältig und hat viele Stellschrauben. Sie wirkt bereits im Kleinen und kann spürbare Verbesserungen im Betrieb herbeiführen. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen zum Betrieb passen und gemeinsam mit den Beschäftigten entwickelt werden. Das fördert die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit.

Sie möchten mit BGF anfangen? Wir unterstützen Sie!

Als BGF-Koordinierungsstelle beraten wir Sie kostenlos und zeigen Ihnen, wie Sie in Ihrem Betrieb loslegen können – unkompliziert und passend zu Ihrer Branche. Im Rahmen der Erstberatung beantworten unsere Expertinnen und Experten der Krankenkassen neutral und unabhängig Ihre Fragen zur betrieblichen Gesundheit und informieren über Unterstützungsmöglichkeiten.

Entscheiden Sie sich für den Aufbau von BGF, bietet Ihnen die Krankenkasse, die Sie kontaktiert hat, gerne Unterstützung an oder vermittelt den Kontakt zu einer anderen Krankenkasse oder einem anderen passenden Träger wie die Unfall- oder Rentenversicherung, damit Sie in die konkrete Umsetzung gehen können.

 
Porträt einer lächelnden jungen Frau mit langen, gewellten Haaren und Jeansjacke vor einem unscharfen Hintergrund.