Was ist Betriebliche Gesundheitsförderung?
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist mehr als eine gute Idee – sie ist ein strukturierter Prozess für mehr Gesundheit am Arbeitsplatz. Denn wer dauerhaft gesunde Arbeit im Betrieb will, sollte systematisch vorgehen.
Genau das leistet BGF mit ihren vier Phasen. Wichtig dabei ist, dass Betriebe ihre Ziele definieren, die Frage klären, welche Ressourcen sie einbringen können, und die wichtigsten Akteurinnen und Akteure im Betrieb einbeziehen, allen voran die Mitarbeitenden. Die Motivation des Betriebs ist entscheidend für den Erfolg von BGF. Zudem braucht es eine Person, die das Ganze steuert. In kleinen Betrieben übernimmt diese Aufgabe oft eine Person – manchmal die Chefin oder der Chef selbst, manchmal jemand aus dem Team. Wichtig ist: Jemand muss den Ball aufnehmen, koordinieren und dranbleiben.
BGF ist nicht gleich BGM
Vielleicht haben Sie auch schon einmal den Begriff Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) gehört. Die Begriffe BGF und BGM werden oft durcheinandergebracht. Dabei ist die Unterscheidung eigentlich ganz einfach: BGF ist eine Säule des BGM.
BGM ist das übergeordnete System. Es verknüpft alle Maßnahmen, die im Betrieb zur Gesundheit beitragen – freiwillige ebenso wie gesetzlich vorgeschriebene. Dazu gehören:
- der gesetzliche Arbeits- und Gesundheitsschutz (Pflicht),
- das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) für Beschäftigte nach längerer Krankheit (Pflicht),
- medizinische Präventionsleistungen der gesetzlichen Rentenversicherung
- und eben die freiwillige Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF).
Natürlich überschneiden sich die Bereiche. Deshalb ist es die Aufgabe eines guten BGM, alle Säulen sinnvoll zu verbinden, damit aus Einzelmaßnahmen ein wirkungsvolles Gesamtbild entsteht.
Kleine Betriebe können zunächst mit BGF starten, selbst wenn (noch) kein vollständiges Gesundheitsmanagement vorhanden ist. Denn jeder Schritt in Richtung Gesundheit zählt.
Mit BGF ins Handeln kommen
Seien Sie bereit, genau hinzuschauen, gemeinsam zu lernen und erste Schritte zu gehen. Mit BGF kommen Betriebe aktiv ins Handeln. Als Erstes: ein Thema wählen, bei dem es Handlungsbedarf gibt. Anschließend eine Maßnahme ausprobieren, die zum Betrieb passt. Zeigt sich, dass sie funktioniert, wird sie beibehalten oder weiterentwickelt. Funktioniert sie nicht, wird sie angepasst oder durch eine andere ersetzt. So entsteht Schritt für Schritt mehr Gesundheit im Betrieb – nah am Alltag und im eigenen Tempo.
BGF ist dabei so vielseitig und individuell wie Ihr Betrieb selbst und bringt ab der ersten Maßnahme spürbare Effekte. Entscheidend ist, dass Sie loslegen und am Ball bleiben. Wir versprechen: Jede Investition in gesunde Arbeitsbedingungen zahlt sich vielfach aus.
BGF umfasst Maßnahmen aus zwei Bereichen, die am besten gemeinsam wirken
1. Gesunde Verhältnisse stärken (Verhältnisprävention)
Gemeint sind Maßnahmen, die gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen im gesamten Betrieb fördern. Zum Beispiel:
- Ergonomische Arbeitsplätze
- Rückenschonende Hilfsmittel
- Gute Beleuchtung und Belüftung
- Arbeitsabläufe ohne ständige Unterbrechungen
- Offene Kommunikation und wertschätzende Führung
- Rauch- und Alkoholverbot am Arbeitsplatz
- Gesundes Kantinenessen
2. Gesundes Verhalten unterstützen (Verhaltensprävention)
Dies umfasst Maßnahmen, bei denen eine gesundheitsförderliche Arbeits- und Lebensweise der Mitarbeitenden im Fokus steht. Zum Beispiel:
- Bewegungspausen
- Ernährungsberatung
- Entspannungskurse zum Umgang mit Stress
- Angebote zur Tabakentwöhnung
- Regelmäßige Gesprächsangebote im Team
Nutzen Sie unsere unabhängige Beratung!
Den Aufbau einer BGF müssen Sie nicht allein stemmen. Die BGF-Koordinierungsstelle unterstützt Sie dabei – kostenlos, persönlich und neutral. Unsere Expertinnen und Experten der Krankenkassen beantworten Ihre Fragen, helfen Ihnen beim BGF-Einstieg und zeigen Ihnen Beispiele. Gern übernimmt die Krankenkasse, die Sie kontaktiert hat, dann die weitere Unterstützung oder vermittelt den Kontakt zu einer anderen Krankenkasse oder einem anderen passenden Träger wie die Unfall- oder Rentenversicherung, damit Sie in die konkrete Umsetzung gehen können.
