Ganzheitliches BGM

Ganzheitliches BGM

Von BGF zum BGM

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zu verstehen. BGF hat zahlreiche Schnittmengen mit dem Arbeits- und Gesundheitsschutz und dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM). Anders als der Arbeitsschutz, der die Sicherheit und den Gesundheitsschutz mit einschließt und das BEM, ist BGF eine freiwillige Leistung für Ihr Unternehmen und Ihre Beschäftigten (siehe Graphik).

Abbildung: Die drei Säulen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (in Anlehnung an Giesert, 2013 und Leitfaden Prävention, 2014)

Sie möchten Ihre betriebliche Gesundheitsförderung zu einem Gesundheitsmanagement weiterentwickeln? Verknüpfen Sie diese drei Strukturen und legen Sie das Ganze als einen systematischen Managementprozess an. Im Folgenden erfahren Sie, wer Sie hierbei alles unterstützen kann.

Partner und Akteure für Gesundheit im Unternehmen

In einem ersten Schritt ist es wichtig, die Unternehmensleitung im Boot zu haben. Binden Sie dann bei der Gestaltung und Umsetzung Ihrer betrieblichen Gesundheitsstrategie alle wichtigen internen und externen Akteure ein. Dazu zählen:

Betriebliche Akteure

  • Betriebsrat/ Personalrat/ Beschäftigtenvertretung
    Aufgaben: Mitbestimmungsrechte bei allen Regelungen zur Umsetzung des gesetzlichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes, bei Befragungen/ Datenerhebungen, Beantragung von Maßnahmen des Gesundheitsschutzes, Überwachung, Informationsrechte (BetrVG)
  • Arbeitssicherheit bzw. Fachkraft für Arbeitssicherheit
    Aufgaben: Beratung und Unterstützung im Feld Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Unfallverhütung und der menschengerechten Arbeitsgestaltung, Analyse von arbeitsbedingten Unfall- und Gesundheitsgefahren, Gefährdungsbeurteilung
  • Betriebsmedizin bzw. Betriebsarzt/-ärztin
    Aufgaben: Förderung, Erhaltung und z. T. Wiederherstellung der Gesundheit der Beschäftigten, Integration behinderter Beschäftigter, Wiedereingliederung, arbeitsmedizinische Vorsorge, Beratung und Unterstützung der betrieblichen Gesundheitsförderung)

Je nach Unternehmen gibt es häufig noch weitere interne Verbündete rund um das Thema Mitarbeitenden-Gesundheit. Beispiele hierfür sind: Suchtberatung, Sozialberatung, Personalentwicklung, Gleichstellungsstelle oder Betriebssport.

Partner und weitere Akteure

  • Gesetzliche Krankenversicherung – Ihr Partner bei der Planung und Umsetzung von BGF
    Die gesetzliche Krankenversicherung bietet den Unternehmen auf Basis des betrieblichen Gesundheitsförderungsprozesses  große praktische Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen. Diese Maßnahmen können aus folgenden Handlungsfeldern stammen:
    – Beratung zur gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung,
    – gesundheitsförderlicher Arbeits- und Lebensstil,
    – überbetriebliche Vernetzung und BeratungDie gesetzliche Krankenversicherung setzt im Interesse hoher Wirksamkeit dabei immer auf eine Kombination verhältnis- und verhaltenspräventiver Maßnahmen. Sprechen Sie uns gerne an.
  • Gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften und Unfallkassen)
    Aufgaben: Verhütung von Arbeits-und Wegeunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren, Wiederherstellung der Gesundheit und beruflichen Leistungsfähigkeit der Versicherten, Beratung und Aufsicht der Mitgliedsbetriebe bezüglich Arbeitssicherheit, Unfallverhütung und Gesundheitsschutz der Beschäftigten einschließlich Maßnahmen zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit (SGB VII)
    www.dguv.de
  • Gesetzliche Rentenversicherung
    Aufgaben: Altersrente, Renten bei verminderter Erwerbsfähigkeit, Renten an Hinterbliebene, Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (SGB VI)
    www.deutsche-rentenversicherung.de
  • Staatlicher Arbeitsschutz
    Aufgaben: Überwachungs- und Beratungseinrichtung der Bundesländer für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Informationen und Beratung der Betriebe zu allen Themen des Arbeitsschutzes, Kontrolle der Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften mit Fokus auf Verhältnisprävention
    (Link zur Übersicht der BAUA http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Baustellen/Hilfen-fuer-Bauherren/pdf/Arbeitsschutzbehoerden.pdf )
  • Integrationsämter
    Aufgaben: Förderung der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen, Zuschüsse zu behinderten- bzw. leidensgerechten Arbeitsplatzausstattungen, Arbeitsassistenz u. a. arbeitsbezogene Hilfen
    www.integrationsaemter.de

Weitere Links

Vorschriften zum Arbeitsschutz und zur Prävention am Arbeitsplatz finden Sie in folgenden Gesetzen und Verordnungen

Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV)
Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V)
Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGV VII)
Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGV IX)
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Leitlinienpapier der GDA zur Neuordnung des Vorschriften- und Regelwerks im Arbeitsschutz
Präventionsgesetz