FAQ

1. Wozu dient die BGF-Koordinierungsstelle?

Im Rahmen des Präventionsgesetzes wurde uns gesetzlichen Krankenkassen eine weitere Möglichkeit geschaffen, Sie als Unternehmen noch stärker bei Ihren Aktivitäten zur Gesundheitsförderung zu unterstützen. Dazu haben wir in einer gemeinsamen Initiative die BGF-Koordinierungsstelle geschaffen. In unserer  kostenlosen BGF-Beratung erhalten Sie von unseren Expertinnen und Experten Informationen und Lösungsvorschläge zur Umsetzung einer nachhaltigen Gesundheitsförderung. Wir entwickeln mit Ihnen eine für Ihren Bedarf passende Handlungsempfehlung und begleiten Sie bei den nächsten Schritten oder vermitteln Ihnen hilfreiche Partner, für eine starke betriebliche Gesundheitsförderung und mehr Gesundheit im Unternehmen.

 

2. Wer genau steht hinter der BGF-Koordinierungsstelle?

Hinter der BGF-Koordinierungsstelle steht eine gemeinsame und kassenartenübergreifende Initiative der gesetzlichen Krankenkassen. Das Präventionsgesetz ermöglicht uns gesetzlichen Krankenkassen, Unternehmen gemeinsam und kassenartenübergreifend noch stärker bei Aktivitäten zur Gesundheitsförderung zu unterstützen. Ein wichtiger Grundstein hierzu wurde mit der Schaffung der BGF-Koordinierungsstelle gelegt. Mit dieser kostenfreien Expertenberatung möchten wir Unternehmen unterstützen, das Thema betriebliche Gesundheit anzugehen und auszubauen.

 

3. Welche Zielgruppen spricht die BGF-Koordinierungsstelle an?

Die BGF-Koordinierungsstelle spricht grundsätzlich alle Unternehmen an, die sich für das Thema betriebliche Gesundheitsförderung interessieren und sich hierzu eine individuelle Beratung wünschen. Unabhängig davon, wie groß Ihr Unternehmen ist oder welcher Branche es zugehörig ist: jeder kann das Angebot wahrnehmen. Wir freuen uns auf Sie.

 

4. Welche Art und welchen Umfang von Unterstützung kann ich durch die Krankenkassen erwarten?

Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen Sie dabei, ein Konzept speziell für Ihr Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen. Dies umfasst verhaltens- und verhältnisbezogene Aspekte. Während verhältnispräventive Maßnahmen auf die Gestaltung der Arbeitsumgebung und –organisation gerichtet sind, zielen verhaltenspräventive Maßnahmen auf die Stärkung der Gesundheitsressourcen des Einzelnen ab. Voraussetzung für eine Förderung ist die Übereinstimmung der Maßnahmen mit den Qualitätskriterien des Leitfadens Prävention.

Die Unterstützung der Krankenkassen kann dabei auf unterschiedliche Art erfolgen. Wir bieten Ihnen Unterstützung durch qualifizierte Fachkräfte, die Sie bei der Initiierung von betrieblicher Gesundheitsförderung beraten. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, auf qualitätsgesicherte Konzepte und Programme zurückzugreifen und Förderungen finanzieller Art wahrzunehmen. Den Umfang dieser Unterstützung bestimmt jede Krankenkasse individuell.

 

5. Gibt es Voraussetzungen für die Förderung der an die Beratung anschließenden Maßnahmen?

Der Leitfaden Prävention beschreibt den Handlungsrahmen des Engagements der gesetzlichen Krankenkassen in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Beratung erfolgt stets nach diesem gemeinsamen Qualitätsstandard. Demnach sind auch die Voraussetzungen für eine Förderung an die Qualitätskriterien des Leitfaden Prävention gebunden. Erfahren Sie hier mehr über die Förderfähigkeit Ihrer Präventionsmaßnahmen.

 

6. Was darf die Krankenkasse nicht fördern?

Von der Förderung der Krankenkassen ausgenommen sind rein mediale Aufklärungskampagnen, Informationsstände und ausschließlich öffentlichkeitsorientierte Aktionen. Berufliche Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, die keinen Projektbezug aufweisen, werden ebenfalls nicht gefördert. Darüber hinaus können keine Kosten für Baumaßnahmen, Einrichtungsgegenstände oder Mobiliar übernommen werden, die im Zusammenhang mit der Einführung betrieblicher Gesundheitsförderung im Unternehmen stehen. Angebote verlieren ihre Förderfähigkeit sobald sie nicht mehr weltanschaulich neutral sind. Ebenso wie isolierte Maßnahmen externer Anbieter sind Forschungsprojekte, Screenings ohne Interventionsbezug, Mitgliedsbeiträge in Fitnessstudios, Massageleistungen oder Firmenfitness von der Förderung ausgeschlossen. Die nachträgliche Finanzierung bzw. Förderung von Maßnahmen ist nicht möglich.

 

7. Gibt es eine steuerliche Vergünstigung für die Umsetzung von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung?

Ja, es gibt steuerliche Vergünstigungen für die Umsetzung von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Seit 2009 nimmt § 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) Bezug auf §§ 20 und 20a SGB V und damit auf die Qualitätsanforderungen des Leitfadens Prävention. Demnach können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands sowie zur betrieblichen Gesundheitsförderung geben. Die steuerfreien Zuschüsse erhalten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zu einer Grenze von 500 Euro im Jahr. Bitte wenden Sie sich bei Fragen der steuerlichen Vergünstigung an Ihr zuständiges Finanzamt.

 

8. Welchen betriebswirtschaftlichen Nutzen bzw. Mehrwert habe ich von betrieblicher Gesundheitsförderung?

Mit betrieblicher Gesundheitsförderung stärken Sie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens. Jeder in die Prävention investierte Euro hat allein auf betrieblicher Ebene einen „Return“ von bis zu 2,30 € – 5,90 € (Booz & Company; Aldana, 2001) bzw. von 2,70 € (iga. Report 28, 2015). Ein zusätzlicher Mehrwert ergibt sich durch die gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit und Identifikation sowie die erhöhte Leistungsfähigkeit und Qualität der Arbeit Ihrer Beschäftigten.

 

9. Welche Personen im Unternehmen können einen Beitrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung leisten?

Im ersten Schritt ist es wichtig, die Unternehmensleitung von der Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung zu überzeugen. Zu internen Schlüsselpersonen, die für die Entwicklung einer betrieblichen Gesundheitsstrategie wichtig sind, zählen u. a. Betriebsärztinnen und -ärzte, die Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie Personen aus dem Betriebs- und Personalrat sowie der Beschäftigtenvertretung. Grundsätzlich kann jede/r einzelne Beschäftigte einen Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten.

 

10. Wer führt die BGF-Beratung für mein Unternehmen durch?

Die Beratung Ihres Unternehmens erfolgt durch die BGF-Expertinnen und Experten der von Ihnen ausgewählten Krankenkasse. Sofern Sie das Online-Kontaktformular ausgefüllt und abgesendet haben, wird eine Krankenkasse aus Ihrer Region stellvertretend für alle gesetzlichen Krankenkassen die BGF-Beratung bei Ihnen übernehmen.

 

11. Wann kann ich mit einer Rückmeldung auf die von mir gestellte Anfrage rechnen?

Nach Absenden des Kontaktformulars erfolgt spätestens nach zwei Werktagen eine Kontaktaufnahme durch die Krankenkasse, um ein Beratungsgespräch mit Ihnen zu vereinbaren.